{"version": "https://jsonfeed.org/version/1", "title": "re:volt magazine Archiv", "home_page_url": "http://revoltmag.org/articles/?tags=348", "description": "Zeige Artikel mit den Schlagworten rat der indigenen", "feed_url": "http://revoltmag.org/feeds/articles.json?tags=348", "language": "en", "icon": "http://revoltmag.org/static/logos/logo_192.png", "favicon": "http://revoltmag.org/static/favicon.png", "items": [{"title": "Den Krieg gegen die Bev\u00f6lkerung stoppen", "content_html": "\n\n\n<div style=\"background: #eaeaea; width: 100%; height: 100%\">\n  <style>\n    .__wrapped-content {\n      max-width: 670px;\n      padding: 1.5rem;\n      margin: 1.5rem auto;\n      background: white\n    }\n  </style>\n  <article class=\"__wrapped-content\">\n    <link href=\"/static/revoltmag/app.f1c5096a2a5bfa5cb0dc.css\" rel=\"stylesheet\"><meta name=\"apple-mobile-web-app-title\" content=\"re:volt mag\"><meta name=\"apple-mobile-web-app-capable\" content=\"no\"><meta name=\"apple-mobile-web-app-status-bar-style\" content=\"black\"><meta name=\"theme-color\" content=\"#99020b\"><link rel=\"apple-touch-icon\" sizes=\"180x180\" href=\"/static/revoltmag/icon_180x180.f95a8c6b74bb715d326c7790779a0330.png\"><link rel=\"manifest\" href=\"/static/revoltmag/manifest.307d5e0f476ef238b243c472abadb46c.json\"><link rel=\"icon\" sizes=\"180x180\" href=\"/static/revoltmag/icon_180x180.f95a8c6b74bb715d326c7790779a0330.png\"><script defer=\"defer\" src=\"/static/revoltmag/app.f1c5096a2a5bfa5cb0dc.js\"></script>\n    <header class=\"content\">\n      <h1>Den Krieg gegen die Bev\u00f6lkerung&nbsp;stoppen</h1>\n    </header>\n\n    \n      \n        \n        \n\n\n  <div class=\"content-image\">\n    <div class=\"content-image-wrapper\">\n      \n        <img  alt=\"Corinto - Angriff auf indigene Bev\u00f6lkerung 2015\" height=\"420\" src=\"/media/images/Corinto_1_z8v2sBq.a42826d9.fill-840x420-c100.jpg\" width=\"840\">\n      \n      \n        <span class=\"content-copyright\">cric</span>\n      \n    </div>\n  </div>\n\n\n      \n    \n\n    \n      <section class=\"content content-section content-type-paragraph\">\n        <p>Auch \u00fcber ein Jahr nach Zeichnung des Friedensvertrags\nzwischen der marxistischen Guerilla FARC-EP (Revolution\u00e4re Streitkr\u00e4fte\nKolumbiens - Volksarmee) und der kolumbianischen Regierung um den konservativen\nPr\u00e4sidenten Juan Manuel Santos, gehen in Kolumbien die Morde an sozialen und\npolitischen Aktivist*innen weiter \u2013 Guillermo Cacciatore <a href=\"https://revoltmag.org/articles/das-morden-kolumbien-geht-weiter/\">berichtete</a>.</p>\n\n<p>Allein in der letzten Januarwoche dieses Jahres wurden nun\nerneut 13 Aktivist*innen ermordet. Eine Region im s\u00fcdamerikanischen Land, in\nder Terror und soziale S\u00e4uberungen an der Tagesordnung sind, ist der Norden des\nDepartamentos Cauca, s\u00fcdlich der Millionenstadt Cali. Besonders betroffen sind\nhier die indigenen Gemeinschaften, die sich im Dachverband CRIC (Indigener\nRegionalrat von Cauca) zusammengeschlossen haben. Beim nachfolgenden Text\nhandelt es sich um Ausz\u00fcge eines k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichten Aufrufs der CRIC zur Abwehr\nihrer bedrohten Gebiete. Er gibt Einblick in die dr\u00e4ngende Situation der\nindigenen Gemeinden und die nachhaltigen Schwierigkeiten im kolumbianischen\nFriedensprozess.</p>\n\n\n\n<h2>Die\nKontrolle \u00fcber das\nTerritorium zur\u00fcckerlangen,\num den Krieg gegen die Bev\u00f6lkerung\nzu stoppen</h2>\n\n\n\n<p>Sorge, Unruhe, Angst. Kolumbien wurde in der vergangenen Woche durch\neine Zunahme von Drohungen, Angriffen, Morden, Attentaten und dem Verschwinden-lassen\n[1] von Menschen ersch\u00fcttert. Die Situation kommt einem Krieg gegen die\nBev\u00f6lkerung gleich. 13 soziale Aktivist*innen wurden in der letzten\nJanuarwoche ermordet, darunter drei Indigene, sechs B\u00e4uer*innen, die auf die R\u00fcckgabe\nihres Landes klagten [2], zwei afrokolumbianische Aktivist*innen, ein Lehrer\naus dem l\u00e4ndlichen Raum und ein politisch aktiver Minenarbeiter. Drei dieser Morde\nwurden von der kolumbianischen Armee ver\u00fcbt, welche zwei der Ermordeten f\u00e4lschlicherweise\nals Mitglieder der Guerilla ELN ausgaben [3]. Die restlichen Morde werden\nvorwiegend paramilit\u00e4rischen Gruppen zugeschrieben: kriminellen Banden,\ndie mit dem Drogenhandel in Verbindung stehen, als auch Gruppen, die gezielt\nVertriebenen-Aktivist*innen ermorden, die f\u00fcr die R\u00fcckgabe\nihres Landes k\u00e4mpfen.</p>\n\n<p>Ganz \u00e4hnlich ist auch die Situation in den indigenen\nTerritorien im Norden des Cauca. Dort geht die von uns bereits in der\nVergangenheit angeklagte Gewalt durch bis an die Z\u00e4hne\nbewaffnete Gruppen weiter. In Corinto, wo die Gemeinde noch nicht aufgeh\u00f6rt\nhat, um ihre Toten zu trauern, verk\u00fcnden die paramilit\u00e4rischen Kriegsherren mit einsch\u00fcchternden\nFlugbl\u00e4ttern: <img alt=\"Drohung der Paramilit\u00e4rs\" class=\"richtext-image left\" height=\"666\" src=\"/media/images/cric-drohung_paramilitar.width-500.jpg\" width=\"500\">\u201eDie Stunde der sozialen S\u00e4uberung\nist gekommen\u2026Wir haben euch im Blick. Das Urteil und der Tod\nwerden zur Stunde unserer ersten Jagd kommen. Weitere verfaulte Existenzen m\u00fcssen\nidentifiziert werden, aber das wird nicht lange dauern. Wir fangen sehr bald\nan. Wir bitten die Gesellschaft um Vergebung falls Unschuldige fallen, aber sie\nist hiermit gewarnt.\u201c</p>\n\n<p>\u00a0In der Zwischenzeit wurde in den Reservaten \u201eGuadualito\nde Santander de Quilichao\u201c und \u201eLas Delicias en Buenos Aires\u201c die\nh\u00f6chste Alarmbereitschaft ausgerufen, weil dort in den letzten Monaten verd\u00e4chtige\nPersonen gesichtet wurden. In ihrem Communiqu\u00e9 schreibt der Rat der Indigenen:,,Die\ntraditionellen Autorit\u00e4ten und die Gemeinschaft konnten nachweisen, dass\nes sich bei den Bewaffneten um sogenannte Dissident*innn handelt, die von der\nsechsten Front der FARC \u00fcbriggeblieben sind. [4] Sie versuchen indigenes\nTerritorium zu \u00fcbernehmen, um kriminelle Aktivit\u00e4ten zu\nentfalten\u2018\u2018. Die indigenen Autorit\u00e4ten haben ihre Ablehnung aller legalen und\nillegalen bewaffneten Gruppen auf ihrem Territorium bekr\u00e4ftigt\nund erkl\u00e4rten zur Sicherstellung der territorialen Kontrolle sowie \u201ezum Schutz\nder Muttererde\u201c die h\u00f6chste Alarmbereitschaft und eine permanente\nVersammlung der Bev\u00f6lkerung.</p>\n\n<p>Die gegenw\u00e4rtige Situation ist erschreckend. Dieser Schrecken\nwird zunehmen, wenn es den indigenen R\u00e4ten nicht gelingt, die territoriale Kontrolle\nwiederzuerlangen, um gemeinsam das Leben und die Forderungen der Bev\u00f6lkerung\nzu verteidigen. Der Rat schreibt: \u201eWenn es uns nicht gelingt, unsere\nTerritorien zu kontrollieren, werden die Kriegsherren \u2013\nDissidenten, Legale, Illegale, Drogenparamilit\u00e4rs, oder wie auch immer\nsie sich nennen \u2013 am Ende unser Leben kontrollieren. Auch wenn\neinige Reservate bereits im Alarmzustand sind und dadurch bereits weiteres Leid\nverhindert werden konnte, so reicht dies doch nicht aus. Der Frieden mit dem\nKapital und der vermeintliche Frieden der Herrschenden t\u00f6tet\nweiterhin die Menschen, die unten stehen.</p>\n\n<p>Wir lehnen jede Vertreibung und jeden Mord ab \u2013 Sie zielen darauf ab,\ndie Bewegungen und Prozesse f\u00fcr ein w\u00fcrdiges Leben in Kolumbien zu zerst\u00f6ren.\nAngesichts des Terrors der sich uns n\u00e4hert, rufen wir dazu auf, sich gemeinsam zu\nerheben, um uns als Bev\u00f6lkerung in Widerstand, Autonomie und Leben neu zu\nerfinden. Das ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Diesen Weg nicht zu\ngehen w\u00fcrde bedeuten, weiter zuzusehen, wie sie uns ausl\u00f6schen.\nKeine weiteren Morde mehr! V\u00f6lker, macht euch auf den Weg!\u201c</p>\n\n<hr/>\n\n<p>Dieser Beitrag ist eine redigierte <a href=\"http://www.cric-colombia.org/portal/cauca-urge-control-territorial-frenar-la-guerra-los-pueblos/\">\u00dcbersetzung\ndes Communiqu\u00e9s</a>, welches am 1. Februar 2018 vom \"Rat der Indigenen im\nCauca\" (CRIC) ver\u00f6ffentlicht wurde. \u00dcbersetzung und Kontext von Christopher Altgeld.</p><p></p><hr/>\n\n<p><b>Anmerkungen:</b></p>\n\n<p>\u00a0[1] Das\n,,Verschwinden-lassen\u2018\u2018 bezeichnet eine von den Geheimdiensten der\nfaschistischen Milit\u00e4r-Juntas in S\u00fcdamerika entwickelte Strategie zum\nsystematischen Terror gegen die Zivilbev\u00f6lkerung. Dabei werden Betroffene\nverschleppt und zumeist an unbekanntem Ort ermordet. Den Familien bleibt oft\nJahrzehnte die Ungewissheit \u00fcber das Schicksal ihres Verwandten.\u00a0 </p>\n\n<p>\u00a0[2] Auf Basis der <i>Friedensvertr\u00e4ge von Havanna</i> ist die R\u00fcckgabe\nillegal geraubten Landes vertraglich festgehalten worden. Kolumbien leidet\nunter mehreren Millionen Inlandsvertriebenen, die zumeist aufgrund des Terrors paramilit\u00e4rischer\nMilizen, die von Gro\u00dfgrundbesitzern oder multinationalen Konzernen angeheuert\nwerden, in die St\u00e4dte fliehen. Aufgrund dieses Terrors ist der Landbesitz in\nKolumbien heute in wenigen H\u00e4nden konzentriert.</p>\n\n<p>\u00a0[3] Die sogenannte falsos-positivos-Strategie kam erstmals unter der\nPr\u00e4sidentschaft des rechten ex-Pr\u00e4sidenten Alvaro Uribe Velez und seines\ndamaligen Verteidigungsministers Juan Manuel Santos ans Tageslicht. Dabei t\u00f6ten\nArmeeangeh\u00f6rige Zivilist*innen und geben diese als Angeh\u00f6rige der Guerilla aus,\num Erfolge zu simulieren oder Belohnungen zu erhalten.</p>\n\n<p>\u00a0[4] Die FARC sind heute offiziell politische Partei. Nicht alle\nschlossen sich jedoch der neuen Partei und deren reformorientierte Strategie\nan. Einige setzen den bewaffneten Kampf politisch fort und schlossen sich der\nELN an, andere sind zum organisierten Drogenhandel und dem Paramilitarismus\n\u00fcbergelaufen.</p>\n\n<p>\u00a0Das Titelbild stammt aus dem Jahr 2015 in Corinto. Dort fanden K\u00e4mpfen\nzwischen paramilit\u00e4rischen Einheiten und der indigenen Bev\u00f6lkerung statt. <br/></p>\n      </section>\n    \n      <section class=\"content-section content-type-photo\">\n        \n  \n\n\n  <figure class=\"content-image\">\n    <div class=\"content-image-wrapper\">\n      \n        <img alt=\"Info-Graphik \u00fcber die Morde in Cauca\" height=\"322\" src=\"/media/images/cric-grafik.original.jpg\" width=\"644\">\n      \n      \n    </div>\n    <figcaption>\n      <p>Info-Graphik \u00fcber die Morde von Rebeld\u00eda Contrainformativa</p>\n    </figcaption>\n  </figure>\n\n\n\n\n      </section>\n    \n  </article>\n  <footer class=\"__wrapped-content\">\n    <div class=\"columns is-desktop\">\n  <div class=\"column is-7-10\">\n    <section class=\"content content-license padded\">\n      <h2>Lizenzhinweise</h2>\n      <p>Copyright \u00a9 2017 re:volt magazine Redaktion - Einige Rechte vorbehalten</p>\n      <p>\n        Die Inhalte dieser Website bzw. 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Die Organisation CRIC in der Region Cauca \u00fcber die Situation in den indigenen Gemeinden, in denen (para)milit\u00e4rische Einheiten immer wieder Angriffe und Morde ver\u00fcben."}]}